SchwuBiLe-Alumni - das queere Absolvent_innen-Netzwerk

Freunde und Förderer des alten SchwuBiLe-Referates an der Duisburger Hochschule - Netzwerk zur Förderung des demokratischen und politischen Bewusstseins

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Das sind unsere nächsten Verstaltungen!

 

Veranstaltungen 2018:

Freitag, 2. November 2018, 19.30 Uhr
Multimedia-Vortrag mit Erwin In het Panhuis
"Von Oswalt Kolle bis Schulmädchen-Report"

Schwule in den Aufklärungsfilmen und Sex-Komödien der 1970er-Jahre

Ort: Volkshochschule Duisburg / Steinsche Gasse 26, 47051 Duisburg
Raum: Saal (EG)
Eintritt: frei

Vor 50 Jahren begann in Deutschland die sexuelle Revolution. Sie veränderte die Gesellschaft nachhaltig. über Sexualität wurde neu nachgedacht. Der Paragraph 175 wurde entschärft - und damit schwuler Sex legalisiert. Anfang der 1970er-Jahre schwappte eine regelrechte Sex-Welle durch die Bahnhofskinos der Nation. Anfangs vor allen Dingen Aufklärungsfilme - und später unzählige Sex-Komödien.
Erwin In het Panhuis hat 300 Aufklärungsfilme und Sex-Komödien untersucht, die zwischen 1968 und 1982 erschienen sind. In jedem zweiten spielen auch Schwule eine Rolle. Zusammengenommen ergeben die Filme ein spannendes Spiegelbild der damaligen Gesellschaft.

Die Zeit der Aufklärungsfilme beginnt Ende der 1960er-Jahre. Oswalt Kolle - der "Aufklärer der Nation" - informiert in acht Filmen auch über Homosexualität. Es gibt Filme, die sich für eine moderne sexuelle Kultur engagieren, andere sind nur Sexfilmchen unter dem Deckmantel der Aufklärung. Es folgen sogenannte Report-Filme: Die 13-teilige Reihe "Schulmädchen-Report" wird alleine im Kino mehr als 100 Millionen Mal gesehen. Diese Pseudo-Dokumentationen wollen wissenschaftlich klingen, sind aber nichts anderes als eine patriarchale und homophobe Männerfantasie. Anfang der 1970er-Jahre beginnt dann die Zeit der Sex-Komödien. Anders als die Schulmädchen-Reports wollen sie nur unterhalten. Die beiden Serien "Lass jucken, Kumpel!" und "Liebesgrüße aus der Lederhose" haben das Genre geprägt. Schwule werden in der Regel als Klischee-Tunten mit ausladender Gestik, femininer Kleidung und viel Schmuck dargestellt. Nur wenige Komödien verzichten auf solches Tunten-Getue und zeigen beispielsweise Männer, die sich leidenschaftlich lieben oder sich sogar vorbildlich um Babys kümmern. Der Multimedia-Vortrag von Erwin In het Panhuis zeigt, dass neben den billigen und zotigen Sex-Filmchen voller Klischees auch emanzipatorische Ansätze zu finden sind. Er stellt dar, welche Sprache, welche Bilder und welche Symbole für Schwule und für schwulen Sex verwendet werden. Mit mehr als 30 Filmszenen zeigt er die unterschiedliche Inszenierung von Schwulen in den Filmen dieser Zeit.

Veranstalter: SchwuBiLe-Alumni in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Duisburg im Rahmen des Festivals "QUEER.LIFE.DUISBURG 2018"

 

Freitag, 23. November 2018, 19.30 Uhr
Lesung und Diskussion mit Ulrike Heider
"Vögeln ist schön"

Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt

Ort: Buchhandlung Scheuermann, Sonnenwall 45, 47051 Duisburg
Eintritt: frei

Das Jahr 1968 hat die Bundesrepublik verändert: Die junge Generation begehrte gegen das Establishment und den "Muff von tausend Jahren" auf, propagierte freie Liebe und wollte Ehe und Familie abschaffen. Zugleich rollte mit Oswalt Kolle die erste Sexwelle über Deutschland, und die Kommerzialisierung von Liebe und Sexualität begann. Die Kämpfe scheinen alle ausgefochten - doch die aktuelle politische Situation zeigt: Die Entwicklung geht wieder zurück und ein sexueller Neokonservatismus macht sich breit, der insbesondere auch Lesben und Schwule betrifft.
In ihrem Buch "Vögeln ist schön" blickt Zeitzeugin Ulrike Heider auf die Sexualdiskurse der letzten 50 Jahre zurück. Von der späten Adenauer-ära und der Studentenrevolte über die Frauen- und Schwulenbewegung bis zu den aktuellen Debatten erzählt sie in spannenden Geschichten, wie sich Sexualität zur historischen und politischen Entwicklung verhält. Sie vergleicht die Ideale von damals mit heutigen Normen, Tabus und Moralvorstellungen, benennt Auswirkungen, Erfolge und das Versagen der Sexrevolte. In ihrer Lesung in Duisburg legt sie einen Schwerpunkt auf die lesbisch-schwulen Aspekte der 1968er-Bewegung.

Veranstalter: SchwuBiLe-Alumni in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Scheuermann; gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW.

 

Ausführliche Informationen zu allen Verstaltungen von Queer.Life.Duisburg findet ihr auf der Seite von QUEER.LIFE.DUISBURG.

 

Bis zur Neuinstallation der Seite könnt ihr auf eine alte Fassung unserer Webseite im Internetarchiv zurückgreifen.

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